»In der Weimarer Republik galt Fotografin bereits als ein angesehener und begehrter Frauenberuf. Durch die rasante Entwicklung der illustrierten Presse war Fotografie zu einem integralen Bestandteil des modernen Lebens geworden. Erste Bildreporterinnen reisten durch die Welt. Für eine Frau war jedoch der Entschluß, nicht Mode- oder Porträtfotografin, sondern Bildjournalistin zu werden, noch immer ungewöhnlich. Nach 1933 änderten sich die Arbeitsbedingungen für Bildjournalisten gravierend. Die nationalsozialistische Propaganda hielt Fotos für ein wirksames Mittel der Beeinflussung und band den Bildjournalismus eng in die verschiedenen Mechanismen zur Presselenkung ein. Aus Bildreportern wurden »Bildberichterstatter«, so die offizielle Berufsbezeichnung, die sich in erster Linie als »Diener des Staates und des Volkes« verstehen sollten. Voraussetzungen für die Tätigkeit als »Bildberichterstatter« waren unter anderem »arische Abstammung« und die Eignung »für die geistige Einwirkung auf die Öffentlichkeit«.«

Bildberichterstatterin im Dritten Reich. Fotographien aus den Jahren 1937-1944 von Lieselotte Purper
 
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